Olympa Reporter, gebaut in den 80er Jahren von Nakajima in Japan,

Die erste Maschine,habe ich als defekt, um EUR 2,- „geschenkt“ bekommen. 😊 Seriennummer 39213650, Die erste Ziffer der Seriennummer, die 3, bedeutet 1983, die 9 weist auf den Monat hin, September.

Der Verkäufer gab an, dass bei Einschalten nur ein Brummen zu hören ist, die Maschine war somit nicht funktionsfähig.

Um die Beschaffenheit des Motors und Keilriemens zu prüfen, müssen die Gehäuseteile abmontiert werden. Zuerst die 2 Schrauben links und rechts hinter der Walze abschrauben

Dann die Maschine umdrehen und die beiden Schrauben links und rechts an der vorderen Unterseite abschrauben

Dann diese vier Schrauben lösen

Anschließend vorsichtig mit einem flachen Schraubenzieher, vorne den Deckel anheben. Auf der Rückseite ebenso.

Dann kann der Gehäuseunterteil abmontiert werden.

Den Wagen ganz auf eine Seite schieben (vorher den Einschaltknopf raufdrücken/einschalten) und dann vorsichtig den Oberteil auf der anderen Seite abnehmen.

Tatsächlich war der Keilriemen gerissen. Das Material fühlt sich matschig und klebrig an.

Auf Joe Van Cleaves Web Page erhielt ich in einem Video, welches auch die Demontage des Gehäuses zeigt, die Info welcher O-Ring den Keilriemen ersetzen kann. Joe sagt „eight of an inch“, 1/8“  = ca 3mm und  „four and a quarter in diameter“, 4 ¼“ = ca. 11 cm.

Gekauft wurde dann um EUR 5,– ein „Othmro O-Ring, 115 mm x 3,5 mm, Silikon, Rot“.

Interessant ist, dass Versuche mit Gummiringerln, nur um zu prüfen ob/wie die Maschine grundsätzlich funktioniert, kein brauchbares Ergebnis gebracht haben. Die Ringerln waren offensichtlich zu klein/zu eng. Wenn der Antrieb zu eng sitzt, schlagen die Typen nicht immer auf die Walze.

Das Farbband war auch ausgetrocknet und manche Gelenke der Typenhebel waren so verschmutzt, dass sie schwergängig waren.

Die Maschine wurde mit dem Staubsauger vorsichtig ausgesaugt und anschließen wurden die Gelenke der Typenhebel mit Bremsenreiniger einer Zahnbürste und einem Fetzerl gereinigt. Zuletzt wurde sie mit ganz wenig Ballistol wieder geschmiert. Die Maschine wurde nicht komplett zerlegt und gereinigt, aber es hat gereicht, dass alle Typen wieder funktionieren.

Es wurde auch ein neues Farbband, DIN 2103, 13mm Breite gekauft. Aber der Schreibversuch hat leider gezeigt, dass die Zeilenlage der Groß -und Kleinschreibung nicht korrekt ist.

Auch dazu findet man bei Joe Van Cleave ein Video, welches den Fehler und die Behebung beschreiben. Allerdings hat das bei mir nicht geklappt. Die falsche Spannung des Farbbandes war nicht das Problem.

Ein Video von phoenixtypewriter, welches die Behebung des gleichen Fehlers bei einer Sears, „The Electric 2“, zeigt war hilfreich.

Mit der rechten Justierschrauben (rechts und links unter dem Wagen, das Foto zeigt die linke Seite), kann die die Stellung des Typenhebelblocks justiert werden kann. Mit den äußeren beiden Schrauben habe ich die Stellung für die Kleinbuchstaben korrigiert.

Die Mutter mit einem 5,5mm Schraubenschlüssel lösen, mit dem Schraubendreher die Schraube verstellen, dann die Einstellung mit der Mutter wieder fixieren. Die Muttern daneben ändern die Zeilenlage insgesamt

Hat geklappt 😊

Jetzt musste ich leider feststellen, dass beim Betätigen der Tasten E und C der Wagen nicht immer um einen Schritt weiter transportiert wird. Der Anschlag dieser beiden Typen auf die Walze ist auch nicht so fest, wie bei den anderen Buchstaben.

Zuerst habe ich geprüft ob die beiden Typen verbogen sind, dass sie in dem Spalt bei der Führung vor der Walze links oder rechts anschlagen. Das war nicht der Fall.

Dann habe ich die Maschine umgedreht und mir unten diese kleinen Federn – welche die Typen wieder zurück holen – angesehen.

Eine defekte Feder war zwar nicht zu sehen, trotzdem habe ich die E-Feder gegen die Q-Feder ausgetauscht (Der Buchstabe Q kommt in der deutschen Sprache am wenigsten oft vor, im Gegensatz zum E, der am öftesten vorkommt, also gehe ich davon aus, dass die Q-Feder weniger belastet wurde.)

Der Austausch der Federn war einigermaßen herausfordernd. Eine spitze Pinzette und Federhaken waren da hilfreich. 😊

Leider hat auch dieser Austausch das Problem nicht gelöst.

Beim Anschlagen der Buchstaben wird nicht nur die Weiterführung des Wagens- sondern auch der Weitertransport des Farbbandes ausgelöst.

Wenn ich diese Stange weghalte und damit die Belastung auf den Typenhebel verringere, dann funktionieren E und C einwandfrei.

Damit habe ich die Maschine in die Ecke gestellt ☹

Ein paar Monate später habe ich eine baugleiche Maschine, ebenfalls als defekt und auch um EUR 2,- gekauft 😊 Die Seriennummer lautet 7258013. Ich nehme an, die Maschine wurde im Februar 1977  gebaut, aber 100%ig sicher bin ich mir nicht, es könnte auch 1987 sein.

Das Gehäuse außen ist vergilbt, die Abdeckung in der Mitte hat eine andere Färbung als das Gehäuse

Innen ziemlich verdreckt

hier, beim Farbbandtransportmechanismus fehlt links die Feder

der Antriebsriemen war ebenfalls aufgelöst und die Zeilenlage musste auch eingestellt werden

Interessant ist, dass die „Buchstabenaufteilung“ der beiden Maschinen unterschiedlich ist. Bei der linken Maschine ist über der 4 ist das %  auf der anderen Maschine ein + … usw.

Als ich den Keilriemen tauschte, war aber klar, bis auf die Zeilenlage funktionierte alles. Deshalb habe ich die erste Maschine als Ersatzteilspender für die zweite verwendet. Als erstes habe ich das Gehäuse der 2. Maschine entsorgt.

Dann habe ich sie ausgesaugt und ausgeblasen und z.T. mit Bremsenreiniger und Kunststoffreiniger gereinigt, dann habe ich den Farbbandtransportmechanismus getauscht Das Teil ist links und rechts nur gesteckt

und kann dann ganz leicht rausgenommen werden

Bei Versuch die Walze zu tauschen bin ich gescheitert, weil man kann zwar auf der rechten Seite der Walze den Drehknopf abmontieren

Links habe ich keine Möglichkeit entdeckt irgendwas von der Walze abzuschrauben. Es könnte es sein, dass man rechts diesen Splint entfernen muß.

Aber da ich nicht 100%ig weiß ob sich dann tatsächlich die Metallschiene der  Walze rausziehen lässt (mein Bauchgefühl sagt mir eher nein), habe ich es bleiben lassen und den Wagen und die Walze von der zweiten Maschine soweit es eben im eingebauten Zustand geht, gereinigt.

Aber durch den Versuch konnte ich zumindest diesen Teil tauschen, der Teil war bei der zweiten Maschine gebrochen.

Tippexflecken wurden vorsichtig mit Nagellackentferner entfernt, die Walze mit einem Gummipflegemittel eingelassen

Die Zeilenlage generell habe ich mit der linken Schraube- die Lage der Groß- zu den Kleinbuchstaben mit der rechten Schraube eingestellt.

Passt wieder 😊

FERTIG 😊