wurde von 1954 bis 1960 gebaut. Meine hat die Seriennummer 2022166, Baujahr ist somit 1955.

Das war die Schreibmaschine meiner Großmutter, die ich bei uns, im nicht ganz trocknen Keller gefunden habe. 

Erika Schreibmaschinen wurden von der Firma Seidl & Naumann, in Dresden produziert. Diese Firma wurde 1968/69 gegründet und baute von ca. 1900 bis 1991/92, sowohl die Typen Ideal als auch die Erika Schreibmaschinen. Nach 1945 wurde sie als verstaatlichter Betrieb weitergeführt. Besonders interessant wäre es eine Erika, Modell 42 zu besitzen. Die wurde in den 60er/70er Jahren auch mit Frakturschrift gebaut. Haben aber Sammlerwert, und sind daher nur sehr schwer- und wenn, dann teuer zu bekommen. 

Meine Erika 10 war innen ziemlich verschmutzt, aber technisch i.O. Alles funktionierte

Es war ein schwarzes Farbband eingelegt, obwohl die Maschine rt/sw umschalten kann. Wahrscheinlich war es billiger -und rot schrieb man eh nie. Der Umschalter ist am rechten Bild, hinter dem Farbband versteckt. Auf dem Bild kann man auch erkennen, wie schmutzig die Maschine innen war

Zuerst mal die Maschine von der Grundplatte abnehmen

Dazu bin ich mit einem großen Schraubenzieher unter die Maschine gefahren und habe sie rausgehebelt.

Sie steckt mit ihren 4 Gummifüßen in den vier Ausnehmungen

Dann habe ich hinten …

und hinten unten die Abdeckungen abgenommen

Dann die Walze ausgebaut,

Die Zeilenschaltung

Rechts war’s einfacher

Diese Teile musste ich nicht ausbauen

Habe mich dann auch entschlossen den Schlitten auszubauen; das würde ich nicht nochmals machen wollen

Gott sei Dank immer alles genau fotografiert, es war auch damit schwer genug, den Wagen wieder einzubauen

Klebeband und Bindfaden den ich dann leicht wieder entfernen konnte, musste ich als dritte Hand verwenden

Als dann der Wagen wieder drinnen war, ist das Original Zugseil, welches gerissen war und ich nur neu montiert habe nochmals gerissen. Damit ist die Maschine dann ein halbes Jahr so stehen geblieben. Gefallen hat sie mir ja eh nie, aber es ist halt eine Erika -und noch dazu von der Großmutter :-/

Als der Ärger verraucht war, bin ich es dann nochmals angegangen: Walze einbauen und Zugseil tauschen

Beim Walze einbauen, war die Herausforderung die Zeilenschaltung wieder genauso hinzubekommen und zu erkennen, dass zwar die Stange zuerst von rechts reingeschoben werden muss, aber nicht fixiert werden darf. Zuerst links das Stellrad so reinschieben und fixieren, dass die Walze richtig sitzt und erst dann rechts die Schrauben festmachen. Das hat ein paar Versuche gebraucht, dass zu verstehen.

Das Zugseil zu tauschen ist auch schwierig, weil bei der Zugspule (anders als bei der Olympia Studio 42) keine Halterung für das Zugband zu sehen ist, sondern nur ein Loch. Aber wie darin das Zugband befestigt ist, sieht man leider nicht. ☹

Ich habe dann die Zugspule ausgebaut …

… und vorsichtig geöffnet (ohne dass die Feder rausspringt!!), die Schnur durch das Loch gezogen, ein paar Knoten gemacht, dass das Band nicht mehr durch das Loch rutschen kann, und dann zwischen Feder und Gehäuse gesteckt.

Ganz überzeugt bin ich nicht, dass das so richtig ist, konnte aber Internet nichts dazu finden.

Das habe ich 2x mal gemacht, weil die Drachenschnur (hier auf dem Foto zu sehen) nicht ideal ist. Ich habe beim zweiten Mal einen 0,5mm Nylonfaden verwendet, damit hat es dann funktioniert. Allerdings ist 0,5mm wahrscheinlich zu dünn -1mm wäre ideal gewesen. Ich denke der 0,5mm Faden wird auch bald reißen, dann muss ich folgende Prozedur noch einmal machen.

Man zieht die Zugspule NICHT auf, sondern man wickeln das Band (von hinten gesehen, 4 oder 5x gegen den Uhrzeigersinn) auf die Zugspule auf

und fädelt es dann (mit Hilfe eines starken Drahtes oder dergleichen) unter dem Wagen nach vor…

Genau mit dieser Fixierung, habe ich die Drachenschnur verletzt

… zur Haltevorrichtung des Wagens (und zieht mit diesem Durchziehen die Spule auf). Das Seil hat dann eine Länge von 40cm.

Leider hat sich während diesem Durchfädeln die Glocke gelöst hat, und es ist die rechte Feder rausgesprungen. Ohne dieses Foto hätte ich nicht durchschaut, dass es ein kleines Loch gibt …

… in dem man die rechte Feder einführen muss. Das sieht man aber nur dann, wenn man weiß, dass es da ist. 😉 Fertig!